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Sommerzeit ist Zeckenzeit. Auch wenn es, ähnlich wie bei der Behandlung von Federlingen bei Vögeln, heute eine Menge ziemlich effektiver Mittelchen gibt, kann man Hund und Katze doch nicht hundertprozentig vor den bissigen Biestern schützen. Deshalb kennen sich die meisten Besitzer auch ganz gut mit den Plagegeistern aus und entfernen sie in der Regel selbst. Ab und zu jedoch klappt das nicht. Manchmal hat man bei einem zappeligen Tier einfach eine Hand zu wenig, die Zecke sitzt an einer schwer zugänglichen Stelle oder beim Rausdrehen bleibt das Beißwerkzeug stecken. Dann kommt doch noch der Tierarzt ins Spiel. Und der stößt dabei immer mal wieder auf Situationen, die fast schon ein Fall für den Tierschutz wären …

Die Vorgeschichte ist stets dieselbe: Der Hund oder die Katze hat eine gaaanz kleine Zecke unterm Bauch, die sich einfach nicht entfernen lässt. Stundenlang haben es die Besitzer probiert, bis zum Schluss sogar etwas Blut geflossen ist – die Zecke aber sitzt immer noch bombenfest. Also muss der Tierarzt ran, der das befallene Tier routiniert auf den Rücken dreht und sich immer wieder mit demselben Bild konfrontiert sieht: einer stark geröteten, arg strapazierten Brustwarze. Aber keine Zecke weit und breit. “Ist das unter Umständen die Zecke, die Sie meinen?”, lautet dann die vorsichtige Frage. “Ja, genau, fast eine Stunde drehe ich schon dadran rum!”, die genervte Antwort. Nun ja. Noch eine Stunde, und sie wäre wohl draußen gewesen. “Das ist eine Brustwarze, die können Sie nicht rausdrehen!” Ich habe keine Ahnung, wie oft ich diesen Satz in zwölf Jahren Praxis sagen musste. Oft genug jedenfalls, um ernsthaft über ein Schild mit eben dieser Aufschrift nachzudenken, das ich bei Bedarf dann immer wortlos aus der Schublade ziehen würde. Erleichtert die Arbeit ungemein – was meinen Sie, was man da an Atemluft spart! Fast genauso häufig habe ich als Antwort den folgenden Protest gehört: “Aber das ist doch ein Rüde!” Na und? Auch Rüden haben Brustwarzen. Haben Männer etwa keine? Warum also weiß eigentlich niemand, dass das bei männlichen Tieren genauso ist? Zumindest waren die Besitzer immer angemessen zerknirscht nach einer solchen Aktion. Dabei hatten sie es doch wirklich nur gut gemeint! Und, was lernen wir da raus? Nach »fest« kommt »ab« – und das ist besonders im Hinblick auf fest installierte Körperteile eher kontraproduktiv. Wann immer sich so ein Blutsauger also mal wieder partout nicht entfernen lässt, lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen. Auch bei Rüden!

zeckenPünktlich zum Beginn der Zecken-Saison (Zecken sind ab einer Temperatur von +7°C aktiv, ca. von März bis Oktober/November) wollten wir euch “Populäre Irrtümer oder: Die Zeckenplage” aus Bettina Peters “Hund Katze Graus – Geschichten aus der Tierarztpraxis” nicht vorenthalten – mit freundlicher Genehmigung des Bastei Lübbe Verlags. Noch mehr amüsante Geschichten aus dem Alltag in einer Tierarztpraxis gibt es im dazugehörigen Buch*, sowie dessen zweitem Teil*: Nach fünf Jahren „Abstinenz“ zieht es Bettina wieder in die Praxis. Schon bald wird klar, dass sich nichts verändert hat. Haarsträubende Ereignisse, kuriose Krankengeschichten und herrlich schrullige Kunden sind für die Tierarzthelferin allgegenwärtig …

Hattet oder kennt ihr auch solch augenzwinkernde Missverständnisse? Unter allen Kommentaren dieses Artikels verlosen wir ein Exemplar von “Hund Katze Graus” – viel Glück!

Teilnahmebedingungen: Mindestalter 18 Jahre, Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Teilnahmeschluss: 12.03.2017. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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