Bravecto

Wie man aus einer Mücke bzw. Zecke einen Elefanten macht, kann man am Beispiel Bravecto auf sämtlichen Kanälen erleben. Mit besorgtem Blick auf die Zeckensaison haben wir uns den Kopf zerbrochen, sind neue Wege gegangen – und doch wieder bei Bravecto angekommen. Zwischen Wirklichkeit und Wahnsinn liegt manchmal nur eine Tablette … (Dieser Beitrag enthält Werbung durch Markennennung & Verlinkung)

Man kann nicht sagen, wir hätten es nicht versucht: Vom Zeckenkamm (gleicht in der Unterwolle einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen) über Frontline (richtig angewendet versagte es nach zwei Wochen täglichem Badespaß) bis hin zu Seresto (Schuppen – Ausschlag – Hotspot) und der hübschen (in unserem Fall leider nicht mehr als das) Bernsteinkette. Abgesehen von den nicht klein zu kriegenden Zecken finde ich es beim Spot on und behandeltem Halsband auch nicht ganz optimal, dass Hund beim Streicheln sowie auf Kissen und Kleinkindern die Chemie weiter gibt.

Zu den oben genannten Maßnahmen gab es für unseren Hund eine Borrelien-Infektion.

Den verursachenden Zeckenbiss und seine verändernde Optik hätte man als Beispiel fürs Lehrbuch dokumentieren können. Also Antibiotika in den Hund – so viel zum erhofften Vermeiden der Chemiekeule. Zu diesem Zeitpunkt erzählte mir eine Gassi-Bekanntschaft vom Verlust ihres Hundes. Der Border Collie litt plötzlich u. a. an heftigen Anfällen. In der Tierklinik vermutete man, dass diese wahrscheinlich durch eine zurückliegende, unbehandelte Borrelien-Infektion verursacht wurden.

Damit stand mein Entschluss fest und die „Tablette des Grauens“ wanderte 2014 erstmals und wiederholt in den Hund. Ich beobachte nach jeder Medikamentengabe ein eventuelles Auftreten von Nebenwirkungen akribisch. Henry reagiert auf Vieles allergisch, ist sehr sensibel und hat einen empfindlichen Magen. Bis heute hat er jede Bravecto-Einnahme physisch und psychisch ohne ersichtliche Auffälligkeiten verkraftet. 2015 bekam er die Tablette noch zweimal und seit 2016 haben wir herausgefunden, dass in unserem Fall eine einmalige Gabe im Frühjahr für die gesamte Zeckensaison reicht.

Es erscheint mir so, dass nach der Einnahme gefühlt weniger Zecken bei unserem Hund anbeissen – vielleicht kommt es daher, dass diese sich nicht mehr vollsaugen und deutlich sichtbar sind. Angedockte Exemplare lassen sich allgemein leicht abziehen oder fallen von alleine aus dem Hund. Früher hatte Henry teilweise richtige Beulen. Und jeder Biss birgt Risiken. Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit der Übertragung von Krankheitserregern – einige brauchen ca. 16 bis 24 Stunden um in den Hund zu wandern.

Vor einer weiteren Saison wollte ich es nochmal wissen – zwar lag noch eine Bravecto im Schrank, aber ich wollte den Augenblick nutzen und andere Mittel ausprobieren. Nämlich von cdVet, ergänzt durch Kokosöl (im und auf dem Hund) sowie kämmen, kämmen, kämmen … Anderthalb Monate haben wir durchgehalten. Ergebnis: 2 dicke abgefallene Zecken in der Küche, 1 im Auto, 1 im Arbeitszimmer sowie rund 6 Exemplare die wir auf frischer Tat ertappt und gezogen haben. Abgesammelt haben wir nach jedem Ausflug im Schnitt 1-3 Zecken – ich kann mir vorstellen, dass ohne die Anwendungen noch mehr auf Henry herumgeturnt wären.

Bravecto

Grundsätzlich reagiert jeder Körper individuell auf jedes Mittel. Und auch Zecken haben Präferenzen – manche Hunde wirken scheinbar weniger anziehend, als andere. Außerdem spielen die Region und Witterung bei der Art und dem Auftreten von Zecken eine Rolle. Leider gibt es keinen ultimativen Schutz. Wenn gesundes und günstiges Kokosöl das Non plus ultra wäre, bräuchte man gar keine Halsbänder, Spot ons und Co.

Durch Ärzte im Bekanntenkreis sehe ich das Thema Pharmaindustrie ebenso kritisch wie realistisch.

Falls zum Beispiel Epilepsie nach der Gabe von Bravecto auftritt, muss sorgfältig geklärt werden, ob das Medikament ausschlaggebend dafür war. Fakt ist, dass Nebenwirkungen mit Medikamenten einhergehen können – bei uns Menschen ebenso wie bei unseren Tieren. Andererseits: Ohne Mittel wie zum Beispiel Penicillin – bei dem es nicht selten Nebenwirkungen gibt – wären viele Leben schon vorbei. Statt strikt abzulehnen, sollte man objektiv abwägen, auf die eigenen Lebensumstände abstimmen – und dankbar für die Möglichkeiten sein. Letztendlich werden unsere Hunde auch durch den Einsatz von Medikamenten älter!

Wir sind immer bemüht, den für uns optimalen Weg zu finden. Dieser muss nicht für Jeden der Beste sein. Ihr müsst eurem Hund kein Bravecto geben, wenn ihr euch damit unwohl fühlt. Wenn ihr es doch tut, kann es passieren, dass Nebenwirkungen auftreten – eine Garantie gibt es für nichts im Leben. Aber damit, dass man sich überhaupt Gedanken macht, macht man erstmal schon eine Menge richtig!

ACHTUNG: Dies ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und keine wissenschaftliche Analyse oder Reportage, die unterschiedliche Quellen beleuchtet. Ich möchte darauf hinweisen, dass dies kein Werbeartikel für Bravecto ist. Ob man seinem Hund die Tablette gibt, sollte stets individuell und in Absprache mit dem Tierarzt entschieden werden.

UPDATE 12/2017: Wir haben Henry im Mai die erste Bravecto des Jahres gegeben, mit der wir bis Dezember super ausgekommen sind. Unserem Labrador-Mischling geht es unverändert gut!

UPDATE 12/2018: Alles exakt so, wie 2016 und 2017 – wir sind mit einer Bravecto gut und gesund durchs Jahr gekommen.

UPDATE 12/2019: Wir haben mit einer im März gegebenen Bravecto die gesamte Zecken-Saison gemeistert – wie bereits 2018, 2017 und 2016.

Eure

Stefie-Sign

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