Segeln
© Stephan Boden

Mein Vater ist leidenschaftlicher Segler – sein Boot liegt direkt vor der Haustür, an der Elbe. Als Labrador Henry unsere Crew ergänzte, habe ich während der Prägephase darüber nachgedacht, ob ich ihn mit an Bord nehme. Ich habe mich dagegen entschieden. Auch wenn er eine echte Wasserratte ist, ist kein Skipper aus ihm geworden – unser Boot ist einfach zu klein, als dass sich 40 kg Hund halbwegs darauf bewegen könnten … [Dieser Beitrag enthält Werbung durch Markennennung & Verlinkung]

Es gibt schlicht und einfach Hunderassen, die segeltauglicher sind.

Wie zum Beispiel Parson-Russell-Terrier Hündin Polly (9 Jahre, ca. 5,5 kg). Ihr Herrchen Stephan Boden ist ein waschechter Seebär, wie ihr u. a. seinem Buch „Digger Hamburg“ entnehmen könnt. Ich habe die Lektüre verschlungen, was nicht daran liegt, dass ich eine Segler-Tochter bin, sondern weil sie total nah dran, echt und sehr unterhaltsam ist – die perfekte Urlaubslektüre (auch für den Urlaub im Kopf)!

Jetzt hat auch Stephans treue Begleiterin Polly ihr eigenes Buch (inkl. DVD) bekommen – eine Liebeserklärung der besonderen Art! „Es ist schwer vorstellbar, dass Hunde das Leben an Bord lieben“, gibt der Autor zu, und gedanklich werden ihm viele zustimmen – aber über 128 Seiten doch eines Besseren belehrt. Denn Stephan zeigt, wie hervorragend Hund und Herrchen das gemeinsame Abenteuer auf hoher See meistern: Als „eine Zeit voller Abenteuer, mit entsprechendem Hunde-Rahmenprogramm“, beschreibt er die 3-4 Sommermonate, in denen er jährlich mit Polly zwischen Deutschland, Dänemark und Schweden kreuzt …

Wenn man die tollen Fotos sieht, die liebevollen Texte liest und beide Protagonisten „live“ auf DVD erlebt, sind alle Zweifel weggewischt und man möchte am liebsten selbst die Anker lichten. Was ist das Faszinierende am „EinHundSegeln“ (EinHandSegeln bezeichnet das Segeln eines Bootes mit einer einzigen Person an Bord.) und was macht das Buch auch für Leichtmatrosen interessant? Stephan und Polly zeigen, wie schön es ist als eingeschworene Mensch-Hund-Gemeinschaft zu „funktionieren“. Wenn jeder auf die Bedürfnisse des anderen (mit Freude) Rücksicht nimmt:

Segeln
© Stephan Boden

Morgens zusammen aufwachen, gemeinsam zum Bäcker laufen, den Hafen abchecken, in See stechen, schwimmen, am Abend eine ausgedehnte Radtour und die Würstchen auf den Grill. Wenn es sich nicht gerade um einen 12 Stunden-Törn handelt, kann das Leben als Segler-Hund ganz schön spannend sein – und man ist froh, wenn man unter Deck mal ein paar Stündchen Ruhe hat, während Herrchen den Kurs hält …

Vier Pfoten an den Schoten – wir wollen Meer davon!

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