Thuja

Der Alltag mit einem futtersensiblen Hund – besonders, wenn es sich dabei um einen verfressenen Labrador handelt – kann eine ganz schöne Herausforderung sein. Während wir anfangs mehr als einmal kurz vorm Verzweifeln waren, merkt man heute kaum noch, dass Henry eigentlich auf ziemlich viele Nahrungsmittel allergisch reagiert. Nachdem die Ausschlussdiät relativ schnell unterschiedliche Auslöser für Hot Spots und Bauchschmerzen bei unserem Hund diagnostizierte, kam weitere Hilfe aus einer Ecke, deren Wirksamkeit mich total überrascht hat: die Homöopathie. 

Henry ist nämlich ein sogenannter Thuja Hund. Das weiß ich, seit wir in einem weiteren Moment gefühlter Hilflosigkeit eine Dr. med. vet. kontaktierten, die sich im Rahmen des Möglichen an der klassischen Homöopathie orientiert. Wenige Tage später klingelte sie auch schon an unserer Haustür und nahm erst Henry und dann sein Umfeld (z. B. sein Futter und dessen Lagerung sowie seinen Schlafplatz) und auch seinen Impfpass unter die Lupe. Währenddessen schilderte ich den gesamten bisherigen Allergie-Verlauf und dass wir bereits ziemlich sicher herausgefunden hatten, dass alle Fleischsorten außer Pferd, Känguru und Strauss sowie herkömmliches Getreide die Verursacher der sich über die Haut und Verdauung äußernden Symptome waren.

Was die tägliche Ernährung betraf, hatten wir uns damals ziemlich schnell erfolgreich eingependelt. Was aber zum Haare raufen war – bei Henry im wörtlichen Sinne! – war, wenn andere Menschen ihm ohne zu fragen Leckerlis zusteckten. Das spielte sich oft schneller ab, als ich überhaupt reagieren konnte und es dauerte nicht lange, bis das Gekratze wieder los ging … Ich weiß nicht, in welchem Maße die homöopathische Behandlung von damals tatsächlich verantwortlich dafür ist, dass unser Vierbeiner solche kleinen Sünden inzwischen gut verarbeiten kann, oder ob es allgemein an seinem Alter und einem insgesamt stabileren Immunsystem liegt. Zu letzterem hat die Globuli Therapie aber bestimmt beigetragen.

Diagnose: Impfschaden

Nachdem die naturheilkundliche Tierärztin jedenfalls Henrys Impf-Historie analysiert und diese mit dem Auftreten der verstärkten Allergie-Anzeichen abgeglichen hatte, waren ihr die Zusammenhänge ziemlich klar. Abgesehen davon, dass unserem Junghund die erste Tollwut-Impfung damals ganz schön zu schaffen gemacht hatte, musste die Grundimmunisierung sein Immunsystem ganz schön durcheinander gewirbelt haben und so auch der in ihm schlummernden Allergie mehr Entfaltungsmöglichkeiten geboten haben. Da es schon ein paar Jahre her ist, erinnere ich mich leider nicht mehr genau, wie wir unseren Hund daraufhin erstmalig mit Thuja Globulis (deren Wirkstoff stammt aus dem giftigen Lebensbaum) behandelt haben. Ich weiß nur, dass ich 1-2 Tage nachdem wir ihm die Dosis gegeben hatten, entsetzt bei der Tierärztin anrief, weil Henry jetzt auch noch eine nicht kleine Warze auf der Vorderpfote bekommen hatte – worüber die Medizinfrau sich ernsthaft freute: „Das ist super als Reaktion. Keine Sorge, die Warze geht in Kürze wieder von alleine weg.“ Tat sie auch – und mit ihr die übermäßigen allergischen Reaktionen.

So richtig fassen kann ich diesen Erfolg bis heute nicht, doch die Verbesserung ist offensichtlich. Seit der Erstbehandlung erhält Henry inzwischen nach jeder Impfung ein Thuja C30 Globuli. Dies ist tatsächlich eines der bewährtesten homöopathischen Mittel, die nach Impfungen verabreicht werden. Abgesehen davon, dass wir seine Impfungen allgemein auf das für ihn Nötigste reduziert haben – dazu muss ich nochmal einen eigenen Artikel schreiben – gab es bis heute bei unserem Hund keine spürbaren Impfreaktionen mehr. Seine Abwehr scheint wieder perfekt eingespielt zu funktionieren, wozu auch beiträgt, dass wir ihn konsequent seinen Bedürfnissen entsprechend ernähren. Aber selbst wenn er mal was außer der Reihe erwischt, kommt sein Körper erstaunlich gut damit klar. Das ist mehr, als wir ursprünglich erhofft hatten!

Natürlich bedeutet unser Erfolg nicht, dass Thuja in der angegebenen Dosis für jeden Hund mit ähnlichen Symptomen das ultimative Heilmittel ist. Aber vielleicht stellt ihr euren vierbeinigen Patienten ja auch mal einem ganzheitlich arbeitenden Tierarzt vor, damit dieser bestimmen kann, welcher Konstitutionstyp euer Hund ist und wie ihm geholfen werden könnte.

Thuja

Konstitutionstyp: Thuja

In der Homöopathie wird – simpel gesagt – mit Hilfe eines natürlichen Mittels ein Reiz im Körper erzeugt, der den Organismus dazu anregt, sich mit dem Auslöser auseinanderzusetzen und die entsprechende Selbstheilung zu aktivieren. Damit das richtige Mittel in der richtigen Dosis im richtigen Körper landet, muss vorab u. a. bestimmt werden, um welchen Typ es sich bei dem jeweiligen Patienten handelt. Dies schließt z. B. auch dessen Charaktereigenschaften mit ein, die im Hinblick auf eine Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten sehr aufschlussreich sein können. Henry ist also ein Thuja Hund und das kennzeichnen u. a. die folgenden Eigenschaften: im Charakter unproblematisch, leicht zu erziehen, selten ängstlich, teilweise in sich gekehrt. Thuja Hunde lassen sich nur ungern zu etwas nötigen und können mit Veränderungen im Alltag nicht so gut umgehen. Dies sind nur einige Merkmale, die allesamt auf meinen Hund zutreffen.

Impfschäden gehören zu den typischen Erkrankungen von Thuja Hunden, die unter anderem mit teilweise chronischen Magen-Darm-Beschwerden oder Hautproblemen (u. a. Warzen) reagieren. Die Entwicklung einer Allergie erscheint in diesem Zusammenhang nicht ausgeschlossen. Zu den harmloseren Impfreaktionen gehören z. B. Schwellungen an der Einstichstelle, allgemeine Abgeschlagenheit oder eine erhöhte Körpertemperatur.

Akut kann man mit einem Thuja Globuli nach der Impfung den Körper dabei unterstützen, Giftstoffe aus dem Impfserum wieder auszuleiten.

Generell reagiert der Körper übrigens nicht empfindlich auf den Impfstoff selbst, sondern hauptsächlich auf die Leicht- und Schwermetalle (in der Tiermedizin u. a. sogar noch Quecksilber), die den Impfseren beigefügt werden, um eine Verstärkung der Immunantwort zu provozieren. Diese Zusätze können teilweise nicht ohne Weiteres vom Körper wieder ausgeschieden werden und sind schädlich für den Organismus. Achtung: Das bedeutet nicht, dass auf Impfungen für den Hund grundsätzlich verzichtet werden sollte! Diese haben durchaus ihren Sinn und Zweck – es sollte allerdings immer individuell abgewogen werden, gegen was wie oft geimpft wird.

Selbstheilung aktivieren

Bei chronischen Erkrankungen – deren Entstehung/Ausbruch in Zusammenhang mit einer Impfung vermutet wird – kann Thuja als homöopathische Arznei eine deutliche Besserung der Beschwerden bringen. Und auch wenn es grundsätzlich während einer Behandlung zum Stillstand kommt, kann Thuja als Zwischenmittel für neuen Schwung im Heilungsverlauf sorgen. Da es verschiedene Globulis in unterschiedlichen Potenzen (lat. potentia = Kraft) gibt, sollte die Dosierung für jeden Patienten von dem behandelnden Tierarzt/Tierheilpraktiker festgelegt werden. Hat man ein passendes Mittel gefunden, verlieren die ergiebigen Streukügelchen auch nach Jahren nichts von ihrer Kraft.

Habt ihr auch Erfahrung mit Homöopathie bei euren Hunden? Womit habt ihr wogegen gute Erfolge erzielt?

Eure

Stefie-Sign

 

 

 

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