Mantrailing

Ja, ok, Karli ist ein kleiner Hund. Gerade einmal gut 5 kg schwer und dann auch noch ein Chihuahua-Terrier-Mischling. Aber auch er hat eine feine Nase und einen scharfen Instinkt. Die Größe des Hundes ist beim Mantrailing völlig egal. Wichtig ist, ob der Hund überhaupt Lust dazu hat und ob er sich bei dieser Tätigkeit wohl fühlt. Und das trifft auf Karli beides zu. Er liebt das Mantrailing und macht mich jede Woche mächtig stolz! [Dieser Beitrag enthält Werbung durch Namensnennung & Verlinkung]

Doch wie sind Karli_und_ich eigentlich dazu gekommen? Im Sommer machte ich mir Gedanken, ob Karli wirklich gut ausgelastet ist. Sind die täglichen Spaziergänge, Ausflüge und Spieleinheiten für ihn ausreichend? Was könnte ich noch tun? Bei meiner Recherche im Netz stieß ich auf einen Eintrag zum Thema Mantrailing auf www.leswauz.com. Die Autorin Rebecca berichtete von dem Spaß, den ihre kleine Hündin Pixie beim Mantrailing hat, wie gut es ihr tut und sie auslastet. Ich klickte mich durch die Seiten der Mantrailer in Hamburg und schrieb Rebeccas Empfehlung an: http://www.mantrailing-hamburg.net

Direkt am nächsten Tag meldete sich die Trainerin Nina Leonhardt bei mir. Sie klärte mich auf: Was ist Mantrailing eigentlich? Wie läuft das grob ab? Was muss der Hund dafür mitbringen und was bringt es ihm und mir eigentlich? Was braucht man langfristig an Equipment etc. Das klang alles easy, effektiv und leicht umsetzbar. Und vor allem auch für einen Hund wie Karli geeignet. Ich fackelte nicht lange und vereinbarte mit Nina ein kostenloses Probe-Training und Kennenlernen.

Zwei Tage später fuhren Karli_und_ich mit dem Auto zum vereinbarten Treffpunkt in einem Hamburger Wohngebiet. Bewaffnet mit drei kleinen Leckerlie-Rationen, einer langen Leine, einem alten Geschirr und jeder Menge Neugierde:

Was würde uns erwarten!?

Nina begrüßte uns sehr herzlich und stellte mich einer weiteren Teilnehmerin vor. Ich war irritiert und fragte mich auch, wo denn das andere Doggy war? Nina klärte mich auf: Für eine Trailing-Einheit braucht es immer mindestens zwei Hund-Halter-Teams – der jeweils andere Halter ist nämlich die Suchperson für den jeweils eigenen Hund. Nina selbst ist die Trainerin, die den „Trail“, also die Strecke, auswählt und legt, das heißt den „Man“, also die Suchperson, versteckt und dann zusammen mit dem Hund und dessen Halter diesen findet bzw. aufspürt. Klingt kompliziert, ist aber recht logisch. Solange ein Hund mit dem Mantrailing beschäftigt ist, wartet der unbeschäftigte Vierbeiner im Auto.

Es kommt immer nur ein Hund zur Zeit dran, damit er sich in Ruhe konzentrieren kann und keine Rivalitäten entstehen. Natürlich wird immer darauf geachtet, dass der Treffpunkt im Schatten liegt, einigermaßen kühl ist und es den Hunden beim Warten gut geht.

Dann ging es also los: Nina versteckte die Suchperson zusammen mit einer von Karlis Leckerlie-Rationen und holte uns wieder ab. Als Startsignal leinte ich Karli vom Halsband los und am Geschirr wieder an. Eine Geruchsprobe erklärte meinem Hund, wen er überhaupt suchen soll. Ich war skeptisch: Das reicht aus? Ich weiß ja nicht, dachte ich noch, aber Karli legte sich mit seiner ganzen Kraft in die Leine, zog los und mich hinter sich her. Nina hielt mich am Arm und schob mich in die richtige Richtung, nämlich gerade hinter ihm her, mit dem Bauch zu Karlis Rücken, die Leine in beiden Händen aufgeteilt, auf Spannung, „so spürt Karli dich und ihr habt eine Verbindung bei der Suche“.

Es ging ganz flott und schon hatte Karli seinen ersten Trail erfolgreich absolviert.

Hurra! Ich war ganz stolz. Doch als er seine Belohnung bekommen sollte, wich er zurück: Von einer fremden Person ein Leckerlie annehmen, eigenständig hingehen und vermutlich noch eine Streicheleinheit bekommen? Nicht machbar für meinen kleinen, schüchternen Karli, der eh nicht so auf Körperkontakt steht. Nachdem die gefundene Personen und ich nah aneinander gekuschelt (ja, es war wirklich so) vor Karli hockten, ging es und er nahm einen Teil seiner Belohnung entgegen.

In dieser Probestunde liefen Karli_und_ich drei kleine Trails ab und es wurde immer besser. Nina erklärte, dass man zu Beginn erst einmal mit kleinen Strecken startet, um den Hund an die Aufgabe des Trailings heranzuführen und auszutesten, ob es ihm überhaupt gefällt. Später steigert man die Trail-Länge und Schwierigkeit (z. B. Kreuzungen, Verstecke). Viele Hunde durchlaufen dann oft nur noch einen einzigen Trail – länger und mit mehr Schwierigkeit. Dies bedarf aber Training und Zeit.

Als Karli_und_ich uns verabschiedeten, war Nina begeistert: Karli hatte es wirklich gut gemacht, für einen frischen Trail-Hund. Es schien ihm auch wirklich Spaß gemacht zu haben. Er wirkte richtig stolz, als ich ihn auf die Rückbank ins Auto setze. Besser hätte es nicht laufen können. Als ich meinen Hund schon beim Motorstarten leise schnarchen hörte, wusste ich, dass Karli_und_ich das richtige Training für ihn gefunden hatten. Karli war so ausgepowert und müde, wie ich ihn sonst nur nach zwei Stunden an der Elbe erlebe.

Mantrailing

Seit dem sind Karli_und_ich fast jede Woche beim Mantrailing. Die Trails sind mittlerweile etwas länger und auch ein bisschen schwieriger geworden. Karli freut sich immer wenn er merkt, wohin wir fahren und was wohl gleich passieren wird. Dann fiepst er, bellt und freut sich mit ordentlichem Schwänzchen-Wedeln, wenn er Nina sieht. Und auch seine Persönlichkeit hat sich verändert: Durch die Arbeit und den Kontakt mit den jeweiligen Suchpersonen aus den Trails ist Karli insgesamt viel offener geworden und lässt sich z. B. immer öfter von Freunden oder Gassi-Bekanntschaften streicheln.

Steff_KarliAbschließend kann ich euch nur empfehlen, das Mantrailing auch einmal zu testen – sofern ihr persönlich Lust und Zeit dazu habt. Es trainiert neben Näschen und Köpfchen nämlich auch ganz stark das Sozialverhalten eures Hundes und lastet ihn auf eine schöne Art und Weise aus. Und für mich ist es auch immer wieder schön wöchentlich so nette, tolle und doch unterschiedliche Leute zu treffen – mit einer gemeinsamen Leidenschaft: Der Liebe zu unseren Doggies!

Was macht ihr so mit euren Doggies? Habt ihr noch mehr Tipps, was Karli_und_ich auch einmal ausprobieren sollten? Wir freuen uns auf euer Feedback!

 

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