Strubbelköter Salon

Tierschutzhunde, alte und ängstliche Hunde sind in einem Salon gut aufgehoben, in dem immer nur ein Hund zur Zeit behandelt wird. Idealerweise gibt es kostenlose Kennenlerntermine für Hund und Halter, wo man einander ausführlich und in Ruhe beschnuppern kann. Vorteil: Wenn es dann beim ersten richtigen Termin „ernst“ wird, ist der Hund deutlich entspannter, weil er ja die Hundefriseurin und den Salon bereits kennt, Herrchen oder Frauchen ihn ruhigen Gewissens und unaufgeregt begleiten, weil dasselbe eben auch für sie gilt. (Dieser Beitrag entstand in freundlicher Kooperation und enthält Werbung durch Markennennung & Verlinkung.)

Ich sage immer: „Weil diese Kennenlerntermine unbezahlbar sind, kosten sie auch nichts. Das ist meine Investition in eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ Manchmal entscheiden sich Kunden danach gegen einen Termin bei mir, weil ihnen mein Stundensatz zu hoch ist, aber das ist dann eben Pech für den Hund und mein unternehmerisches Risiko, das ich gern eingehe. Wem sein Hund und dessen Wohl am Herzen liegt, der wird verstehen und bleiben.

Fachkraft für problematisches Verhalten

Wenn die Hundefriseurin zugleich ausgebildete Hundetrainerin ist, hat man quasi doppeltes Glück. Insbesondere sich aggressiv verhaltende Hunde profitieren davon. Die Fachkraft wird problematisches Verhalten früher erkennen und anders damit umgehen. Vor allem wird sie nicht zornig auf den Hund und sein Verhalten werden und immer ausreichend Zeit einplanen.

Ich habe beispielsweise einen Havaneser als Kunden, der in sechs Hamburger Hundesalons Hausverbot hat, weil er derart und mit ernsthafter Beschädigungsabsicht ausflippt, wenn mit ihm etwas geschieht, das er nicht möchte, sodass eine vernünftige Pflege unmöglich ist.

Strubbelköter Salon 2

Als er zu mir in den Salon kam, sah er im Gesicht ziemlich gerupft aus, weil eine Tierärztin notfallmäßig den Filz abgeschoren hat. (Meine Devise ist auch: Funktion geht vor Schönheit!) Die erste Sitzung bei mir dauerte zwei Stunden (sogar ausnahmsweise ohne Waschen). Mittlerweile war der kleine Kerl schon fünfmal da, wir sind zeitlich bei etwas über einer Stunde und zweimaligem Ausrasten angelangt, sodass ich schon überlege, ob der Maulkorb überhaupt noch nötig ist. Für die Gesichtsfrisur ist er seit dem zweiten Termin ohnehin schon ab.

Schön ist auch, wenn zumindest beim ersten Mal für den/die Halter:in die Möglichkeit besteht, während der Behandlung (in angemessenem Abstand) dabei zu bleiben. Besitzer:innen sehen mit eigenen Augen, wie aufwändig die Behandlung ihres Lieblings tatsächlich ist. Wenn ein Hund zum Beispiel sehr zappelig ist, kann anschließend besprochen werden, welches Verhalten zu Hause trainiert werden kann, um den Salonbesuch künftig zu verkürzen. Das schont die Hundenerven und häufig auch den Geldbeutel, sofern wie bei mir im Salon nach Zeit abgerechnet wird.

Keine Wellness- oder Spa-Erlebnisse

Mir ist bewusst, dass mein Salon in der näheren Umgebung der höchstpreisige ist. Aber in meinem Portfolio stecken auch Kenntnisse, die über jene einer „normalen“ Hundefriseurin hinausgehen. Seit 15 Jahren bin ich CANIS-zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin, ich verfüge über medizinische Kenntnisse sowie über ebensolche in Akupressur und Aromatherapie. Außerdem bin ich Expertin für „schwierige“ Hunde. In meinem Salon steht das Wohlergehen des Tieres im Mittelpunkt, ich würde niemals von Wellness- oder Spa-Erlebnissen sprechen, denn das ist schlichtweg gelogen, irreführend und meiner Meinung nach Verbraucherschwindel. Kein einziger Hund würde jemals freiwillig einen Termin im Hundesalon buchen, nicht mal bei mir.

Auch wenn es hip ist, alles möglichst englisch klingen zu lassen, werde ich mich niemals nimmernie „Groomer“ nennen. In der Verhaltensbiologie bedeutet „Grooming“ soziale Fellpflege, das ist etwas durchweg Positives und Angenehmes. Wer mehrere Hunde hat, wird das hingebungsvolle gegenseitige Beschlecken kennen. DAS ist nett, und alle Beteiligten empfinden es als schön. Im Salon ist das eine eher einseitige Veranstaltung, da finde nur ich das schön. Im Übrigen werden in der Psychologie „Groomer“ erwachsene Menschen genannt, die gezielt vertrauensvollen Kontakt zu Kindern herstellen, um sich später an ihnen zu vergehen. Dieser Begriff ist für mich also aus zwei Gründen absolut indiskutabel.

Hier geht’s weiter mit der Strubbelköter-Kolumne „Getrimme und Gedoodle“ …

Strubbelköter

Claudia Stieglmayr hat nach 23 Jahren im Lektorat eines Verlages ihre Leidenschaft Hund erfolgreich zum Beruf gemacht. Schon 2007 hatte sie eine dreijährige Ausbildung zur Hundetrainerin und Verhaltensberaterin bei CANIS abgeschlossen. Zusätzlich ließ sie sich von einer der besten Groomerinnen des Landes zur Hundecoiffeurin ausbilden. Seit 2020 führt die Schleswig-Holsteinerin ihren Hundesalon samt Hundeschule und Hundetagesstätte Strubbelköter.